Praxisbericht seit November 2025.
Starlink wollte ich ursprünglich gar nicht als primären Internetanschluss einsetzen. Der Satellitenzugang sollte eine Backup-Lösung sein, falls mein eigentlicher Anschluss ausfällt. Seit November 2025 läuft Starlink bei mir nun im praktischen Einsatz – und inzwischen haben sich die Rollen vertauscht.
Der Grund ist simpel: Die Verbindung funktioniert im Alltag erstaunlich stabil. Downloads, Streaming, normales Arbeiten und auch Teams-Telefonie laufen so zuverlässig, dass Starlink mittlerweile mein Haupt-Internetanschluss ist.
Standard Kit auf dem Garagendach
Ich verwende das Starlink Standard Kit. Eine professionelle Dachmontage oder einen speziellen Antennenmast gibt es bei mir nicht. Die Starlink-Antenne steht mit dem mitgelieferten Ständer schlicht auf dem Flachdach meiner Garage.
Die eigentliche Inbetriebnahme war dadurch ziemlich unkompliziert. Entscheidend war für mich vor allem, eine Position mit möglichst freier Sicht auf den Himmel zu finden.

Auch die Hinderniskarte sieht an meinem Standort gut aus. Relevante Abschattungen durch Bäume, Gebäude oder andere Hindernisse sind bei meiner aktuellen Position praktisch nicht vorhanden.

Gerade bei einem Anschluss, den ich dauerhaft als zweiten WAN-Link verwenden möchte, ist das wichtig. Kurze Unterbrechungen durch eine schlechte Positionierung möchte ich möglichst ausschließen.
Starlink hängt bei mir in einem eigenen WAN-VLAN
Netzwerktechnisch endet Starlink bei mir nicht einfach am mitgelieferten Router. Die Starlink-Hardware befindet sich in beziehungsweise an meiner Garage und ist von dort in mein Netzwerk eingebunden.
Für den Anschluss nutze ich ein eigenes dediziertes WAN-VLAN. Damit bleibt Starlink sauber von meinem normalen LAN und den übrigen Netzen getrennt. Die eigentliche Routing- und Security-Logik übernimmt weiterhin meine Palo-Alto-Firewall.
Starlink
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Garage / Ethernet
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dediziertes Starlink-WAN-VLAN
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Palo Alto Firewall
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Heimnetz
Das ist für mich wichtig, weil Starlink langfristig nicht einfach nur irgendein Internetzugang sein soll. Der Anschluss wird Teil meines Multi-WAN-Setups und soll später zusammen mit meinem Festnetzanschluss über SD-WAN genutzt und überwacht werden.
Residential Lite: zunächst 29 Euro
Als Tarif nutze ich Starlink Residential Lite. Bislang kostet mich der Anschluss 29 Euro pro Monat, der Preis erhöht sich allerdings auf 35 Euro.
Ein für mich wichtiger Punkt ist die Flexibilität: Der Tarif ist monatlich kündbar. Gerade weil Starlink ursprünglich nur als Backup-Verbindung gedacht war, war das attraktiv. Inzwischen nutze ich den Anschluss allerdings wesentlich intensiver als ursprünglich vorgesehen.
86 Mbit/s sind nur eine Momentaufnahme
Ein aktueller Geschwindigkeitstest über mein iPhone lieferte 86 Mbit/s im Download, 20 Mbit/s im Upload und 24 ms Latenz.

| Messwert | Ergebnis |
|---|---|
| Download | 86 Mbit/s |
| Upload | 20 Mbit/s |
| Latenz | 24 ms |
Diese Werte sollte man bei Starlink nicht als feste Anschlussgeschwindigkeit verstehen. Auslastung, Standort und weitere Faktoren beeinflussen den tatsächlich erreichbaren Durchsatz. Entsprechend wenig sinnvoll wäre die Aussage: „Mein Starlink hat 86 Mbit/s.“
Interessanter ist für mich, ob die Verbindung im normalen Alltag zuverlässig funktioniert. Und genau hier hat mich Starlink bislang überrascht.
Teams, Streaming, Arbeiten – und Battlefield
Seit November 2025 nutze ich die Verbindung und habe mittlerweile genug normalen Alltag damit erlebt, um nicht mehr nur von einem kurzen Test zu sprechen.
Downloads funktionieren. Streaming funktioniert. Normales Arbeiten über die Verbindung funktioniert ebenfalls. Besonders interessant finde ich die Erfahrung mit Microsoft Teams und Telefonie. Ein hoher Speedtest-Wert allein hilft wenig, wenn regelmäßige kurze Unterbrechungen eine Videokonferenz unbrauchbar machen.
Auch Online-Gaming war für mich ein interessanter Praxistest. Über die PlayStation habe ich unter anderem Battlefield über Starlink gespielt. Dabei sind mir bislang keine auffälligen Verbindungsprobleme oder störenden Aussetzer aufgefallen.
Gerade beim Gaming hätte ich bei einer Satellitenverbindung eher damit gerechnet, die Technik im Hintergrund irgendwann zu bemerken. In der Praxis ist das bisher erstaunlich unspektakulär.
Genau das gilt auch für meine normale Nutzung: Die Satellitentechnik fällt mir während des Alltags kaum auf. Die Verbindung ist bislang so stabil, dass aus meiner ursprünglich geplanten Backup-Lösung mein Hauptanschluss geworden ist.
99,9 Prozent erfolgreiche Pings
Die Statistiken der Starlink-App passen zu diesem subjektiven Eindruck. Zum Zeitpunkt meiner Messung meldete die App einen Ping-Erfolg von 99,9 Prozent innerhalb der vergangenen 15 Minuten. Die Median-Latenz lag gleichzeitig bei 20 Millisekunden.
Für den vergangenen Tag zeigte Starlink null Ereignisse beziehungsweise Ausfälle an. Natürlich ist auch das nur ein begrenzter Betrachtungszeitraum. Es zeigt aber zumindest, warum ich beim normalen Arbeiten keinen großen Unterschied zu einer klassischen Internetverbindung wahrnehme.

Rund 35 Watt im Alltag
Einen weiteren interessanten Punkt liefert die Leistungsaufnahme. In der Starlink-App sehe ich je nach Zeitpunkt unterschiedliche Werte. Der Screenshot oben zeigt beispielsweise rund 30 Watt im Durchschnitt der vergangenen 15 Minuten.
Über meine bisherige Nutzung liegt der Verbrauch bei mir eher bei ungefähr 35 Watt im Durchschnitt. Für einen Internetanschluss, der bei mir inzwischen rund um die Uhr aktiv ist, ist das durchaus ein Wert, den ich mit im Blick behalten möchte.
Im Winter kann die Leistungsaufnahme außerdem höher ausfallen. Die Antenne kann zusätzliche Energie benötigen, wenn Schnee beziehungsweise winterliche Bedingungen eine Rolle spielen.
Aus einem kurzen Messfenster möchte ich deshalb bewusst keinen Jahresverbrauch hochrechnen. Interessanter wird auch hier eine längerfristige Messung über mehrere Monate – insbesondere über den Winter.
Der Speedtest ist eigentlich der uninteressanteste Wert
Nach einigen Monaten mit Starlink ist für mich nicht die maximale Downloadrate das Interessante. 86 Mbit/s im Download sind ordentlich, aber nicht spektakulär. Kabel- und Glasfaseranschlüsse können ein Vielfaches davon liefern.
Die für mich entscheidende Erkenntnis ist eine andere: Ich denke im Alltag kaum darüber nach, dass mein Internetzugang über Satelliten läuft.
Wenn ich arbeite, möchte ich arbeiten. Bei einem Teams-Call möchte ich nicht beobachten müssen, ob gerade ein Satellit über mir verschwindet. Beim Streaming interessiert mich die verwendete Zugangstechnologie ebenfalls nicht. Und auch beim Online-Gaming möchte ich nicht zuerst darüber nachdenken müssen, über welchen WAN-Link meine PlayStation gerade ins Internet geht.
Dass Starlink genau dabei so unspektakulär funktioniert, ist vermutlich das größte Kompliment, das ich dem System machen kann.
Ein Problem bleibt: CGNAT
Bei meinem Setup gibt es allerdings noch einen Punkt, der mit einem normalen Festnetzanschluss schnell übersehen wird: Starlink nutzt bei IPv4 CGNAT.
Für den normalen Internetzugang ist das zunächst kein großes Thema. Interessant wird es aber dann, wenn Dienste aus dem eigenen Netz von außen erreichbar sein sollen.
Bei mir betrifft das beispielsweise GlobalProtect und den externen Zugriff auf Home Assistant. Auf beides möchte ich auch dann nicht verzichten, wenn Starlink mein aktiver Internetzugang ist.
Mit klassischem IPv4-Port-Forwarding lässt sich das hinter CGNAT nicht einfach so umsetzen. Für mein Setup habe ich deshalb einen anderen Weg gewählt.
Wie ich GlobalProtect und Home Assistant trotz Starlink und CGNAT von außen erreichbar gemacht habe, zeige ich in einem eigenen Beitrag.
Als Nächstes: Langzeittest mit Checkmk
Meine bisherigen Erfahrungen bleiben zunächst praktische Erfahrungen ergänzt durch Momentaufnahmen aus der Starlink-App. Deshalb möchte ich im nächsten Schritt genauer messen.
Ich werde den Anschluss mit Checkmk überwachen und über einen längeren Zeitraum Daten sammeln. Interessant sind dabei insbesondere Latenz, Paketverluste, tatsächliche Ausfälle und Schwankungen über verschiedene Tageszeiten hinweg.
Damit lässt sich wesentlich fundierter beantworten, wie stabil Starlink über mehrere Wochen tatsächlich arbeitet – und ob sich mein bisher sehr positiver subjektiver Eindruck auch in den Messdaten wiederfindet.
Daneben wird es auf HomeLabNext noch um zwei weitere Punkte dieses Setups gehen: die Einbindung der beiden Internetanschlüsse in Palo Alto SD-WAN und den externen Zugriff trotz CGNAT.
Fazit
Ich habe Starlink als Backup gekauft und auf dem Flachdach meiner Garage aufgestellt. Große Erwartungen an einen dauerhaften Hauptanschluss hatte ich dabei zunächst nicht.
Seit November 2025 hat mich das System allerdings überrascht. Die Installation ist bei mir denkbar einfach, die Antenne hat freie Sicht auf den Himmel und die Verbindung funktioniert im Alltag zuverlässig. Downloads, Streaming, Arbeiten, Teams-Telefonie und selbst Online-Gaming auf der PlayStation bereiten mir bislang keine nennenswerten Probleme.
Ein aktueller Test mit 86 Mbit/s Download, 20 Mbit/s Upload und 24 ms Latenz ist dabei fast nebensächlich. Viel entscheidender ist, dass Starlink inzwischen nicht mehr mein Backup ist.
Es ist mein Hauptanschluss geworden.
Ob dieser positive Eindruck auch einer längerfristigen technischen Betrachtung standhält, wird der geplante Checkmk-Langzeittest zeigen.
